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Kurz nach Erschaffung der Welt
war der Himmel sehr niedrig. Er war so tief auf der Erde, dass alle
menschlichen Wesen kriechen mussten. Die einzige Sicht von der Erde
und von uns war niedrig. Maui wollte immer mehr wissen. Aber als
er versuchte aufzustehen, stiess er gegen den Himmel. Irgendwann
kam ein Held und versuchte, den Himmel hochzustemmen, aber es ging
nicht.
Zuletzt traf Maui ein Mädchen,
das ihm gefiel. Er wollte mit ihr surfen gehen, aber sie konnten
das Surfbrett nicht aufstellen; sie stiessen an den Himmel. Das
Mädchen sagte: „Wenn es Dir gelingt, den Himmel hochzudrücken,
gehe ich mit dir surfen.“ Maui drückte eine Seite und
dann die andere Seite des Himmels hoch…bis der Himmel hoch
genug für alle war, aufzustehen. Die Menschen können jetzt
aufstehen, Entdeckungen machen und mit den Mädchen, die sie
mögen, surfen gehen. Das heisst, es gibt keine Grenzen und
trotzdem Grenzen. Maui hat die Grenzen erweitert, die von den anderen
für unverrückbar gehalten worden waren. Den Himmel hochdrücken
heisst auch, weiter zu denken.
Geschichte überliefert von:
Serge Kahlili King
In der schamanischen Erkenntnis liegt ein Weg, unser Denken zu erweitern
darin, das es mehrere Ebenen der Realität gibt. Das Universum,
in dem wir leben hat viele Dimensionen oder Ebenen. Verschieben
wir unsere Aufmerksamkeit von einer Ebene zur anderen, erreichen
wir unterschiedliche Wirkungen. Es sind dieselben Menschen, es ist
dieselbe Welt, nur betrachten wir sie anders. Wenn man eine Ebene
verlässt, werden andere Dinge sichtbar.
1.Die physische Ebene
Das ist die Ebene des
Getrenntseins, die materielle Ebene. Hier sind Menschen, Dinge,
Orte getrennt. Diese Ebene ist nützlich. Sie erlaubt uns, die
Vielfalt der Welt zu erfassen. Technologie, Kontrolle, Gene, Zufall,
Ursache und Wirkung, Umwelt, Anfang und Ende sowie Leben und Tod.
Die Kehrseite ist:
Nehmen Menschen an, so getrennt zu sein, dass es keine Verbindungen
gibt, kann sich daraus Angst entwickeln. Angst ist das Gegenteil
von Liebe. Aus dieser Angst entsteht oft Wut oder Hass. Folgen wie
Missgunst, Neid, Gewalt, Abhängigkeit, Krieg prägen unser
gegenwärtiges Weltbild. Schamanen versuchen, die getrennten
Dinge zusammenzufügen, Gemeinsamkeiten und Verknüpfungen
zu suchen um so möglichst viele Beziehungen herzustellen.
2. Die psychische Ebene.
Das ist die Ebene der
psychischen Erfahrungen. Alle Dinge sind miteinander verknüpft.
Die Menschen sind nicht getrennt. Es gibt keine klar definierte
objektive Erfahrung, denn man kann mit seiner Umgebung kommunizieren
und sie beeinflussen. Dazu bedarf es oft keiner Worte. Es gibt keinen
Anfang und keine Ende.
Hier setzen wir mentale
Techniken ein, um objektive Ergebnisse zu erschaffen. Wenn wir dass,
was Aussen ist, nicht verändern können, suchen wir etwas,
was wir in uns drin verändern können. Da alles miteinander
in Verbindung steht, werden sich die Veränderungen auch im
Aussen manifestieren. Zu dieser Ebene gehören Träume,
Intuition, aussersinnliche Wahrnehmung und Rituale.
3. Die symbolische Ebene
Auf dieser Ebene sind
Zeit, Raum, Materie, Energie, Menschen, Tiere, Pflanzen und Steine
in ständiger Wechselwirkung. Alles hat nur im gegenseitigen
Bezug Bedeutung.
Alles ist ein Traum,
alles ist Illusion. Träume sind wahre Erfahrungen, die nach
Abschluss des Traumes weitergehen. Wir leben gleichzeitig in verschiedenen
Träumen, aber nur einer ist uns bewusst. Das Leben ist ein
Traum. Veränderung geschieht nur, wenn ich mich selbst ändere.
Dann ändert sich mein Traum.
Diese Ebene hat für
die praktische Arbeit eine grosse Bedeutung. Stehe ich im Leben
vor einer Herausforderung oder habe ich ein Problem, kann ich auf
dieser Ebene über die entsprechenden Symbole eine Veränderung
erreichen. Ich kreiere ein Symbol für mein Problem und halte
es in meinem Bewusstsein, bis es sich verändert. Die Lösung
erfolgt nicht durch eine logische, analytische Methode. Statt dessen
ändere ich das Muster.
Dahinter steht die
Idee, dass alles Energie ist. Gedanken sind Energie, die andere
Energien beeinflussen können. (Genügend Beispiele finden
sich in der Quantenpysik) Wann immer ein Problem besteht, befindet
sich ein Muster im Konflikt. Je mehr ich mich auf das Problem konzentriere,
desto schlimmer wird es. Bis ich das Muster ändere.
4. Identitätsebene
Auf dieser Ebene ist
alles eins. Wir glauben das zu sein, womit wir uns identifizieren.
Wir identifizieren uns mit anderen Menschen, mit Krafttieren, Schauplätzen
der Natur, Pflanzen….hin bis zum mystischen Bewusstsein von
der Einheit des Kosmos. Tut man dies wissentlich, ist es sehr wirkungsvoll.
Tut man es nur deshalb, weil es andere tun, führt es zur Hilflosigkeit.
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